sFeld
und die Feldschaft.
Was wächst, wenn wir wiederkommen?
Nicht weil wir verwandt sind
Nicht weil wir ein Paar sind
Nicht weil wir zusammenarbeiten
Nicht weil wir zusammen wohnen
Nicht weil wir dieselbe Weltanschauung teilen.
Sondern weil wir uns entscheiden,
ein Stück Leben miteinander zu teilen.
sFeld ist eine Einladung, für eine bestimmte Zeit eine feste Gruppe entstehen zu lassen. Menschen, die mitten im gewöhnlichen Leben stehen und sich verbindlich aufeinander einlassen.
Nicht als abgeschlossene Gemeinschaft. Nicht im Sinne von «wir gegen die anderen». Und auch nicht immer harmonisch.
Wir verschwinden nicht einfach, sobald es schwierig oder langweilig wird. Wir kommen wieder. Wenn etwas zwischen uns steht, versuchen wir, es anzusprechen. Wenn jemand Unterstützung braucht, schauen wir, was wir beitragen können. Und wenn wir gehen möchten, gehen wir bewusst.
Für diese Form des Miteinanders haben wir ein eigenes Wort: Feldschaft.
Warum sFeld?
Wir leben in einer Zeit, die uns viel Freiheit und Selbstbestimmung ermöglicht. Gleichzeitig werden unsere Lebenswelten immer individueller. Wir verfolgen eigene Projekte, Interessen und Lebensentwürfe – und verbindliche soziale Zusammenhänge werden seltener.
Dabei sind Beziehung, Bindung und Zugehörigkeit etwas fundamental Menschliches. Sie prägen, wie wir uns selbst erleben, wie frei wir handeln können und wie wir anderen begegnen.
sFeld möchte die Individualisierung nicht rückgängig machen. Es geht auch nicht darum, zu traditionellen Gemeinschaftsformen zurückzukehren, in denen Zugehörigkeit häufig Anpassung bedeutete.
sFeld verbindet kein festes Programm und keine gemeinsame Weltanschauung. Uns verbindet die Frage, wie wir in einer individualisierten und unsicheren Welt eigenständig, verbunden und handlungsfähig leben können.
Diese Frage möchten wir nicht nur diskutieren, sondern gemeinsam erproben.
Kein Programm – aber eine gemeinsame Vereinbarung
sFeld hat kein vorgegebenes Thema, keinen Lehrplan und kein festgelegtes Ziel. Wir treffen uns nicht, um bestimmte Inhalte zu bearbeiten oder von jemandem durch ein Programm geführt zu werden.
Offen ist, was wir miteinander tun und was zwischen uns entsteht.
Vereinbart ist, wie wir uns darauf einlassen: Wir kommen für ein gemeinsames Jahr wieder, übernehmen Mitverantwortung, respektieren persönliche Grenzen und versuchen anzusprechen, was zwischen uns steht. In regelmässigen Abständen schauen wir gemeinsam darauf, wie es uns miteinander geht.
Die Offenheit liegt im Inhalt. Die Verbindlichkeit liegt in der Art, wie wir uns darauf einlassen.
Wir legen nicht fest, was entstehen soll. Wir schaffen Bedingungen, unter denen etwas entstehen kann.
Was geschieht, wenn wir wiederkommen?
Vielleicht entstehen Freundschaften. Vielleicht Reibung. Vielleicht Partys, Wanderungen, gemeinsame Essen, Projekte, Hilfe im Alltag oder lange Nächte am Feuer.
Wir wollen miteinander reden und schweigen, kochen und feiern, tanzen und herumhängen, etwas unternehmen oder auch einmal nichts tun.
Nicht alles braucht einen Sinn.
Nicht alles muss Entwicklung sein.
Nicht alles, was zwischen Menschen geschieht, muss analysiert werden.
Und trotzdem möchten wir Bewusstheit nicht draussen lassen.
Wir werden uns gegenseitig mögen und nicht mögen. Wir werden projizieren, uns schützen, einander missverstehen und manchmal verletzen. Wir bringen unsere Geschichten mit, unsere Sehnsucht nach Nähe und unsere Angst davor, unsere Eigenheiten und Widersprüche.
sFeld verlangt nicht, dass wir davon frei sind. Uns interessiert, ob wir damit in Beziehung bleiben können.
Keine Gruppe, in der alle ständig bewusst sind – sondern eine Gruppe, die Bewusstheit zur Verfügung hat, wenn sie gebraucht wird.
Zwei Formen des Zusammenseins
Monatliche Treffen
Einmal im Monat treffen wir uns verbindlich. Was wir miteinander machen, ist nicht festgelegt. Die Verantwortung für die Gestaltung wird von der Gruppe getragen.
Vielleicht kocht jemand.
Vielleicht gehen wir in den Wald.
Vielleicht spielen wir Pingpong.
Vielleicht machen wir ein Feuer, schauen einen Film.
Vielleicht sitzen wir einfach zusammen.
Dazwischen kann entstehen, was entstehen möchte: spontane Treffen, Ausflüge, gegenseitige Unterstützung, gemeinsame Projekte oder kleine Abenteuer.
Die Konstante ist nicht das Programm. Die Konstante sind die Menschen, die wiederkommen.
Zusammen hinschauen
Dreimal im Jahr halten wir in einem begleiteten Reflexionsraum inne und schauen bewusst auf unser Miteinander:
Was geschieht zwischen uns?
Welche Vereinbarungen brauchen wir?
Was wurde übergangen oder nicht ausgesprochen?
Wie verteilen sich Verantwortung und Raum?
Wo sind Lebendigkeit, Enge oder Rückzug entstanden?
Was braucht unsere Aufmerksamkeit?
Und was müssen wir nicht gleich zum Problem machen?
Diese Reflexionsräume sind keine Therapiegruppe. Es geht nicht darum, einander zu analysieren, Bindungsverletzungen aufzudecken oder das Verhalten anderer als Schutzstrategie zu deuten.
Im Mittelpunkt steht das konkrete Geschehen zwischen uns und die Frage, was unser gemeinsames Feld gerade braucht.
Erfahrungen aus NARM (was ist NARM?), Prozessorientierter Psychologie und kontemplativer Praxis können uns beim Hinschauen helfen. Sie sind Werkzeuge, wenn wir sie brauchen – nicht das Programm von sFeld.
Was uns wichtig ist
Verbindlichkeit
Wir entscheiden uns für eine bestimmte Zeit füreinander und kommen wieder – auch wenn es einmal schwierig, unspektakulär oder unbequem wird.
Freiheit und Zugehörigkeit
Wir möchten uns miteinander verbinden, ohne uns selbst darin zu verlieren. Nähe ist freiwillig, und persönliche Grenzen werden respektiert.
Eigenständigkeit
Feldschaft entsteht nicht durch Anpassung. Unterschiedliche Lebensweisen, Perspektiven und Eigenheiten dürfen nebeneinander bestehen.
Selbstverantwortung
Wir versuchen, Verantwortung für unser Erleben und Handeln zu übernehmen – ohne deshalb alles zu unserem persönlichen «Thema» zu erklären.
Konfliktfähigkeit
Wir müssen uns nicht immer verstehen oder einig werden. Wenn etwas zwischen uns steht, versuchen wir, miteinander statt übereinander zu sprechen.
Beitrag
sFeld wird nicht von einer Person für die anderen gestaltet. Das Feld entsteht dadurch, dass alle etwas beitragen und Verantwortung übernehmen.
Lebendigkeit
Tiefe und Blödsinn, Stille und Party, Bewusstheit und Unvernunft dürfen nebeneinander existieren.
Verbindlichkeit und Freiheit
Wir entscheiden uns für ein gemeinsames Jahr und nehmen die vereinbarten Treffen ernst. Verbindlichkeit bedeutet jedoch nicht, unter allen Umständen bleiben zu müssen.
Wenn jemand merkt, dass sFeld nicht mehr passt, darf die Person gehen. Wir wünschen uns aber, dass ein Abschied nicht durch stilles Verschwinden geschieht. Wenn möglich, sprechen wir darüber und verabschieden uns bewusst voneinander.
Auch das gehört zur Feldschaft.
Uns kennenlernen
Ich lade in Basel zu offenen Kennenlernabenden ein:
1. Kennenlernabend:
Donnerstag, 19. November 2026, 19.00–21.00 Uhr in Basel
Sie sind keine Workshops und keine Aufnahmeprüfung. Wir verbringen Zeit miteinander, lernen die Idee von sFeld kennen und schauen, ob wir neugierig aufeinander sind.
Aus diesen Begegnungen soll anschliessend der erste Kreis für das gemeinsame Jahr entstehen.
Wenn dich sFeld anspricht, schreib mir ein paar Zeilen:
Was spricht dich an dieser Idee an?
Was suchst du in einer solchen Feldschaft?
Was möchtest du selbst hineinbringen?
Das erste sFeld
2027 soll in Basel das erste sFeld mit etwa zehn bis zwölf Menschen entstehen. Wir entscheiden uns zunächst für ein gemeinsames Jahr.
Einmal im Monat findet ein verbindlicher gemeinsamer Abend statt. Die Gestaltung wird von unterschiedlichen Menschen oder kleinen Gruppen mitgetragen. Zusätzlich halten wir dreimal im Jahr in einem begleiteten Reflexionsraum inne und schauen auf unser Miteinander.
Dazwischen können spontane Treffen stattfinden.
Nach einem Jahr schauen wir, was tatsächlich gewachsen ist.
Vielleicht wollen wir weitermachen.
Vielleicht verändert sich die Form.
Vielleicht entsteht etwas, das wir heute noch nicht kennen.
Genau das interessiert uns.
Für wen?
sFeld richtet sich an Menschen, die sich nach verbindlicheren Beziehungen sehnen und zugleich ihre Eigenständigkeit bewahren möchten.
Du brauchst keine therapeutische Erfahrung, keine bestimmte Weltanschauung und keine besonderen Fähigkeiten. Auch müssen sich nicht alle Menschen im Feld sympathisch sein.
Wichtig sind Neugier auf andere Menschen und die Bereitschaft, Unterschiedlichkeit auszuhalten, eigene Grenzen zu zeigen und die Grenzen anderer zu respektieren. Dazu gehört auch, sich manchmal selbst infrage zu stellen und nicht gleich zu verschwinden, wenn es schwierig oder unbequem wird.
sFeld lebt von Menschen, die nicht nur etwas suchen, sondern auch etwas hineinbringen möchten.
Bist du neugierig auf Menschen?
Kannst du Unterschiedlichkeit aushalten?
Bist du bereit, dein eigenes Erleben und deine Wirkung auf andere zu reflektieren?
Kannst du ansprechen, wenn etwas für dich nicht stimmt?
Bist du bereit, wiederzukommen, auch wenn es einmal schwierig wird?
Hast du Lust, selbst etwas zu diesem Feld beizutragen?
Dann könnte sFeld für dich interessant sein.
Ein gemeinsamer Anfang
Bevor sich die Gruppe für ein Jahr verbindet, gibt es offene Kennenlernabende und persönliche Gespräche.
Dabei geht es nicht darum, ob jemand besonders bewusst, reflektiert oder «aufgearbeitet» ist. Wir möchten herausfinden, ob unsere Erwartungen, Möglichkeiten und Vorstellungen ausreichend zueinander passen.
Das gemeinsame Jahr beginnt mit einem ausführlicheren Auftakttag. So haben wir Zeit, einander kennenzulernen, erste Vereinbarungen zu treffen und eine Grundlage für die kommenden Monate zu schaffen.
Wer sFeld initiiert
Ich bin Matthias Restle und habe sFeld initiiert.
Mich beschäftigt seit Langem, wie grundlegend Beziehung, Bindung und Zugehörigkeit für unser Leben sind. Gleichzeitig erlebe ich, dass wir immer individualisierter leben und verbindliche soziale Zusammenhänge seltener werden.
Seit vielen Jahren begleite ich Menschen und Gruppen mit kreativer Selbsterforschung (Deepr.ch), NARM und Prozessorientierter Psychologie (matthiasrestle.ch). Ausserdem bringe ich einen künstlerischen Hintergrund und Erfahrung mit Gruppenformaten, Retreats und offenen Prozessen mit.
Mit sFeld möchte ich einen Rahmen schaffen, in dem wir unsere Eigenständigkeit bewahren und uns dennoch verbindlicher aufeinander einlassen können.
Im ersten Jahr halte ich den organisatorischen Rahmen und begleite die gemeinsamen Reflexionsräume. Damit habe ich innerhalb des Feldes eine besondere Rolle und mehr Einfluss. Das möchte ich nicht unsichtbar machen.
Zugleich ist sFeld kein Angebot, das ich für die anderen gestalte. Die gemeinsamen Abende, Aktivitäten und Vorhaben sollen von allen getragen werden. Meine Rolle kann sich verändern, wenn weitere Menschen Verantwortung für das Feld übernehmen.
Was sFeld wird, kann nicht von mir allein bestimmt werden. Es entsteht durch die Menschen, die kommen und wiederkommen.